
Manche Kollaborationen entstehen im selben Studio. Duori entstand über Kontinente hinweg.
Seit ihrer Begegnung in Bandung im Jahr 2017 arbeiten der italienische Produzent Heith (Daniele Guerrini) und das indonesische Duo Tarawangsawelas (Teguh Permana und Wisnu Ridwana) an einer gemeinsamen musikalischen Sprache. Ideen wanderten zwischen Europa und Indonesien – gespeichert auf Recordern, alten Festplatten und längst deaktivierten eSIM-Karten, verändert durch Zeit, Distanz und wiederholtes Weiterreichen. Das Ergebnis beschreiben sie selbst als „5th world music in low data mode“: Musik, die weniger nach geografischer Herkunft fragt als nach den Wegen, auf denen sie sich bewegt.
Ausgangspunkt sind die Klangwelten Westjavas. Tarawangsa, Suling, Kacapi und kleine Gamelan-Gongs treffen auf Heiths fragile Elektronik, digitale Bearbeitungen und schattenhafte Texturen. Doch Duori versteht diese Begegnung nicht als Fusion zweier Traditionen. Die Stücke bleiben in Bewegung. Sie entstehen zwischen Sprachen, Ritualen und Erinnerungen, zwischen nächtlichen Jaipong-Clubs in Bandung, europäischen Tourneen und Gesprächen über Geister, Freundschaft und das Reisen von Klängen.
Die entwickelte Musik wirkt vertraut und fremd zugleich. Melodien tauchen auf, zerfallen wieder, elektronische Fragmente überlagern traditionelle Instrumente, Feldaufnahmen und Stimmen. Klang erscheint hier weniger als abgeschlossenes Werk denn als Träger von Beziehungen – zwischen Orten, Menschen und den Geschichten, die sie miteinander teilen.
Mit Duori präsentieren Heith und Tarawangsawelas im Roten Salon ihr Album erstmal live in Berlin.