Volksbühne
am Rosa-Luxemburg-Platz
Space Afrika

Konzerte

Das Musikprogramm der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz präsentiert klangliche und performative Arbeiten, die sich zwischen Konzert, Club, Performance und Installation bewegen. Das Programm interessiert sich für Situationen, in denen Formate instabil werden. Es speist sich aus der Berliner und internationalen Musik- und Kunstszene und bringt unterschiedliche Kontexte zusammen: experimentelle Komposition, elektronische Musik, Pop, Clubkultur, Performance, Tanz und bildende Kunst. Historische Positionen stehen neben aktuellen Strömungen, Ikonen neben Künstler*innen, die ihre Arbeiten oft erst in informellen Szenen, Clubs oder digitalen Räumen entwickeln. Entscheidend ist dabei weniger das Genre als die Frage, wie Sound Wahrnehmung, Bewegung und soziale Situationen organisiert.

Gerade in Berlin hat diese Frage eine besondere Bedeutung. Die Stadt ist seit Jahrzehnten einer der zentralen Orte zeitgenössischer Clubkultur – geprägt von Subkulturen, Migration, Nachtleben, improvisierten Szenen und musikalischen Formen. Gleichzeitig verschwinden viele dieser Räume oder geraten zunehmend unter ökonomischen Druck. Umso wichtiger sind Orte, an denen diese Entwicklungen nicht nur archiviert oder repräsentiert, sondern aktiv weitergedacht werden: als lebendige Praxis im Austausch mit Gegenwartskunst, Performance und Theater.

Im Zentrum steht eine programmatische Offenheit, die nicht neutral ist. Erfahrbar werden sollen Praktiken, die bestehende Ordnungen verschieben – ästhetisch, sozial oder technologisch. Kooperationen mit Künstler*innen und externen Kurator*innen öffnen Raum für andere Perspektiven und greifen bewusst in klassische Selektionsmechanismen ein. Auftragsarbeiten vertiefen die Zusammenarbeit über Disziplinen hinweg und entwickeln sich häufig aus längeren Prozessen heraus.

Gleichzeitig folgt das Programm keiner linearen Musikgeschichte, sondern ungeschriebenen Linien, Szenen und Einflüssen, die sich keinem Kanon zuordnen lassen. Viele der gezeigten Arbeiten bewegen sich genau in diesem Spannungsfeld: zwischen sogenannter Hochkultur und Pop, Club und Institution, Gegenwart und Referenz, physischer Erfahrung und digitaler Zirkulation. Ein Abend kann konzentriert und minimal beginnen und Stunden später in kollektive Übersteuerung kippen. Was bleibt, sind selten eindeutige Erzählungen. Eher Momente, Bilder, Zustände, Gerüchte um Subwoofer im Foyer, mit Glück Nebel im Roten Salon und eine Stimme, die nachhallt.

Das Musikprogramm der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz wird verantwortet von Marlene Engel.

Aufführungen