Volksbühne
am Rosa-Luxemburg-Platz
Olga Hohmann, Foto: Ryan Molnar
Ethan Brown
Kristina Dreit

20 Minuten

mit Olga Hohmann, Ethan Brown und Kristina Dreit

Lecture Performance

Donnerstag, 15. Oktober 2026

20:00 Uhr

Roter Salon

Einmal im Quartal lädt die Volksbühne Berliner Künstler*innen auf die Bühne des Roten Salons ein, sich in einer langen Nacht aus ihrer eigenen Praxis heraus mit der Mutter der interdisziplinären Formate zu beschäftigen: Der Lecture Performance. Einer Form, die seit den 1960er Jahren zwischen Disziplinen zirkuliert, die Kunst des Erzählens ins Zentrum rückt und gleichermaßen Theater wie Vorlesungssaal infiltriert hat. Längst ist sie selbst zu einem Genre geworden. Die Versuchsanordnung ist deswegen so einfach wie offen: Lecture Performance, 20 Minuten.

Den Auftakt der Reihe machen die Autorin und Performerin Olga Hohmann, Komponist*in Ethan Braun und die Künstlerin und Regisseurin Kristina Dreit, die jeweils zwischen Text, Klang und Körper arbeiten.

Olga Hohmann schreibt Essays, Prosa-Miniaturen und mäandernde Texte, die zum Vorlesen gedacht sind. In einer fast musikalischen Form verbindet sie mehr oder weniger fiktive Erzählungen mit gefundenem Material, die zu einem rhythmischen Rauschen verschmelzen. Slogans, Aphorismen und Gedankenblitze werden dabei hierarchisch gleichwertig.

Zuletzt trat sie im Westfälischen Kunstverein Münster, im Kunstverein München, der Kunsthalle Mannheim, dem Badischen Kunstverein Karlsruhe, dem Kunstmuseum Solothurn, dem Schinkel Pavillon Berlin, dem K21 Düsseldorf, dem Kunstverein Braunschweig, der Stoschek Foundation Düsseldorf, der Kunsthalle Osnabrück, der Kunsthalle Düsseldorf, im Kunstverein Harburger Bahnhof, in der Deutschen Oper Berlin, im Archivio Conz, im Kasseler Kunstverein, der Fondation Beyeler und im Rahmen von Texte zur Kunst im Silent Green Berlin auf. Außerdem war sie Teil von Mangrove Sunset im Gropius Bau (2023). Eine ihrer letzten Performances fand in Kollaboration mit DJ Courtesy im Rahmen des Against Interpretation Club in der Panorama Bar/Berghain Berlin statt.

Kristina Kusmina Dreit, geboren in Kasachstan und in Berlin ansässig, ist eine multidisziplinäre Künstlerin und Regisseurin, die in den Bereichen Performance, Installation, Text und Film arbeitet. In ihren Arbeiten untersucht sie die Schnittstellen zwischen Körper, Klasse und Materialität und spürt dabei den wechselnden Wahrnehmungen zwischen dem Unheimlichen und dem Vertrauten nach. Kristina studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien, der Zürcher Hochschule der Künste und der Universität Hildesheim. Zusammen mit ihrer Schwester veröffentlichte sie das Buch Working Class Daughters. Talking about Class.

Ethan Braun studierte Komposition bei David Lang an der Yale School of Music. Brauns Werke, die sich zu Harmonie und Kontrapunkt hingezogen fühlen, sind polyphone und expressionistische Integrationen von Live-Instrumenten und elektronischen Medien. Brauns Konzertmusik wurde von der Los Angeles Philharmonic, der Carnegie Hall, der Niederländischen Nationaloper und Roulette Intermedium in Auftrag gegeben und aufgeführt. Braun arbeitet häufig mit Künstler*innen, Choreograf*innen und Regisseur*innen zusammen und hat diese Projekte u. a. im LUMA Arles, Schinkel Pavillon und Kölnischer Kunstverein präsentiert. Zu den nächsten Projekten gehören eine Ausstellung mit dem Designstudio HIT im Artspace Aotearoa in Auckland NZ und eine Zusammenarbeit mit Gob Squad am Burgtheater Wien und der Volksbühne Berlin.