Der Teich
Nach dem Kurzdrama von Robert Walser
Gisèle Vienne
In Robert Walsers Kurzdrama Der Teich entfaltet sich die eindringliche Geschichte eines Jungen, der sich in seiner Familie nicht geliebt fühlt. Am Punkt seiner größten Verzweiflung täuscht er einen Selbstmord vor. Vienne zoomt in den Kopf des Jungen, lässt Monolog und Dialog verschwimmen und zeigt, wie sich das Selbst im emotionalen Taumel auflöst.
Gemeinsam mit den Ausnahmeschauspielerinnen Adèle Haenel und Julie Shanahan und acht Puppen kreiert die Bühnenkünstlerin Gisèle Vienne ein psychoaktives Kammerspiel über die Machtdynamiken innerhalb einer Familie. Lichtkünstler Yves Godin und die Musiker Stephen O’Malley – seines Zeichens Frontman der legendären Doom-Metal-Band Sunn O))) – sowie François Bonnet haben für Viennes Stück eine trancehafte Licht- und Soundumgebung geschaffen. Der Teich ist eine Choreografie menschlicher Abgründe und ein mitreißender Trip.
Seit 1999 verarbeitet Gisèle Vienne in choreografisch-theatralen Arbeiten gesellschaftliche Tabuthemen. Ihre Inszenierung Kindertotenlieder und die Party-in-Slow-Motion-Choreografie CROWD waren stilprägend für die jüngere Tanzgeschichte. 2024 präsentierten Ausstellungen im Haus am Waldsee und im Georg Kolbe Museum die für Viennes Arbeit charakteristischen, beunruhigend lebensnahen Puppen. Nun zeigt die französisch-österreichische Bühnenkünstlerin, die Philosophie, Musik und Puppenspiel studierte, ihre wegweisende Arbeit mit dem literarischen Text Der Teich nach einer weltweiten Gastspieltour zum ersten Mal in Berlin.
Besetzung
Besetzung
- Adèle Haenel
- Julie Shanahan