
Als gäbe es Morgen – Anti-Zionismus: eine Jüdische Geschichte
Benjamin Moser im Gespräch mit Tomer Dotan-Dreyfus
Abdalrahman Alqalaq, Katharine Halls, Tomer Dotan-Dreyfus
auf Englisch
Was bedeutet es, heutzutage als jüdischer Autor auf einer Berliner Bühne offen über Antizionismus als Erbe zu sprechen? Welche jüdischen Traditionen wurden verdrängt, damit eine andere zur einzig legitimen erklärt werden konnte? Und was verändert sich, wenn diese verdrängte Geschichte aus den Archiven geholt wird und ihren Platz fordert, in einer Zeit, in der Israel in Gaza nach großer Mehrheit der Expert*innen weltweit einen Genozid begeht und der Zionismus gegenüber seiner theoretischen Konkurrenz immer aggressiver auftritt?
Im Rahmen von Als gäbe es Morgen kuratieren Abdalrahman Alqalaq, Katharine Halls und Tomer Dotan-Dreyfus Abende mit Autor*innen und Denker*innen über mögliche Zukünfte zwischen Fluss und Meer. Eine Reihe literarischer Veranstaltungen, bei der jede Folge für sich steht.
Diesmal spricht Tomer Dotan-Dreyfus mit Benjamin Moser anlässlich der deutschen Übersetzung von Mosers neuem Buch Anti-Zionismus. Eine jüdische Geschichte, das im Herbst erscheint.
Benjamin Moser ist Schriftsteller, Kritiker und Übersetzer. Für seine Sontag-Biografie, Sontag: Her Life and Work, erhielt er 2020 den Pulitzer-Preis; zuvor legte er mit Why This World die erste große Biografie der brasilianischen Schriftstellerin Clarice Lispector vor. Sein neues Buch zeichnet, entlang von Künstler*innen, Rabbiner*innen, Dichter*innen, Anwält*innen und Aktivist*innen, eine über Generationen unterdrückte jüdische Denktradition nach, die den moralischen und politischen Anspruch des Zionismus infrage stellte – oft um einen hohen persönlichen Preis.