Lesen: Walt Whitman
„Das abenteuerliche Leben des Jack Engle“

Erstübersetzung. Lesung Kathrin Angerer. Thomas Böhm im Gespräch mit Peter Graf. Buchpremiere


Die Gier im Kampf gegen die Empathie. Diese Konfrontation erzählt Walt Whitman in seinem Roman Das abenteuerliche Leben des Jack Engle. Die Waisenkinder Jack und Martha müssen sich des betrügerischen Rechtsanwalts Covert erwehren – und erfahren Unterstützung durch die multikulturelle Gesellschaft New Yorks. 

Whitman erzählt diese Geschichte in vielgestaltiger Form, mischt eine Vielzahl von Genres virtuos auf begrenztem Raum: Elemente von Familien-, Kriminal- und Liebesgeschichten stehen neben lyrischen Passagen, die Motive von Whitmans epochaler Gedichtsammlung Leaves of Grass vorwegnehmen, der „lyrischen Verfassung“ der USA. 

Bestechend an Whitmans Roman ist insbesondere die Darstellung der Metropole New Yorks, der Stadt, die Whitman in vielen seiner Texte wie ein Liebender beschrieb – weil dort die Verschiedenheit zu Hause war. Dies lässt sich auch an Jack Engle ablesen, dessen Personal aus Iren, Spaniern, Katholiken, Juden und Quäkern besteht, die sich zusammentun, um Jack und Martha zu ihrem Recht zu verhelfen. 

Die Entdeckung von Walt Whitmans bislang unbekanntem Roman Jack Engle Ende 2016 wurde von der internationalen Presse als „Weltsensation zur rechten Zeit“ gefeiert –  als hätte Whitman, der leidenschaftliche Verfechter der amerikanischen Demokratie, „eine Flaschenpost ins Jahr 2017 geschickt“ (Die Welt).   

An diesem Abend wird als Premierenlesung die deutsche Übersetzung von Stefan Schöberlein vorgestellt, die im neugegründeten Berliner Verlag Das Kulturelle Gedächtnis erschienen ist. Schöberlein ist Herausgeber der Walt Whitman Quarterly Review, die die amerikanische Erstveröffentlichung des Romans besorgte. 

Es liest Kathrin Angerer, die Verleger Peter Graf und Thomas Böhm stellen den Text vor.
 

Tickets kosten 6,- Euro.

  

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