Vortrag von Judith Butler: Queere Bündnisse und Antikriegspolitik

Moderation: Andreas Kraß In deutscher Sprache mit anschließender Diskussion (englisch mit Simultanübersetzung).


Judith Butler, die diesjährige Zivilcourage-Preisträgerin des Berliner Christopher Street Day 2010, widmet sich in ihrem Vortrag der Frage, welches Profil eine queere Politik haben muss, die sich als Teil einer Politik gegen den Krieg versteht. Von dieser Frage ausgehend, behandelt die amerikanische Philosophin Aspekte einer queeren Friedenspolitik, die queer nicht als Identitätskonzept, sondern als Bündnisform zu thematisieren sucht. Welche politische Rolle spielt queere Politik in einer Welt, in der Krieg alltäglich erscheint und viele Völker einem ständigen Bedrohungszustand hoffnungslos ausgeliefert sind? Wie muss sich queere Politik angesichts der globalen Herausforderungen der zunehmenden Militarisierung und fortgesetzten Kolonialisierung neu definieren, und ist eine queere Politik denkbar, die nicht zugleich auch eine anti-rassistische Bewegung ist? Wie können wir Bündnissen gegen nationalistische Abschottungspolitik beitreten, wenn diejenigen, für die und mit denen wir kämpfen, unsere Standpunkte nicht immer teilen?
Judith Butler, Philosophin und Philologin, ist Professorin an der European Graduate School und an der University of California, Berkeley. Andreas Kraß moderiert den Abend, er ist Literaturwissenschaftler und Professor an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main und arbeitet zu Queer Theory bzw. Gender Studies.   

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