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Prometheus

von Aischylos, Deutsch von Heiner Müller Nach einer Interlinear-Version von Peter Witzmann


Zwei Rechtsansprüche prallen aufeinander, der des Prometheus und der des Zeus. Der gemeinsame Sieg über die Titanen entzweit die einstigen Kampfgefährten und lässt ihre unterschiedlichen Vorstellungen von Herrschaft hervortreten: Zeus, der selbstherrlich die Geschicke der Götter und der Menschen bestimmt, und Prometheus, der sich dagegen auflehnt und der bis dahin amorphen Masse Menschheit die Techniken der Kultur zur Verfügung stellt. Die Tat beschert ihm die ewige Fesselung an einen Fels im Kaukasus.
Der Aischylos-Text – eines der frühesten Theaterstücke, die uns überliefert sind – in der Übersetzung von Heiner Müller und Peter Witzmann lässt die Rechtsvorstellungen der beiden Kontrahenten in kristallinen Sprachprismen hervortreten; die Ambivalenz zwischen ihnen verweist auf ein mythologisch kodifiziertes Recht. In diesem Dispositiv müssen sich alle die von Zeus Unterworfenen – Kratos und Bia, Hephaistos, Okeanos – verhalten. Der Chor als Allegorie einer abstrakten Bürgerschaft schwankt zwischen Opportunismus und Revolution. Prometheus, gespielt von Max Hopp, ist kein passives Opfer. Die Produktion von Worten ist die Arbeit dieses Gefesselten. Eine Arbeit, in der uns die Antike in der Inszenierung von Dimiter Gotscheff als reine Sprache entgegentritt und den griechischen Gründungsmythos durch die Zeiten hindurch zu uns übersetzt.

  

Mit: Max Hopp (Prometheus), Sebastian König (Chor), Frank Büttner (Hephaistos), Thorsten Merten (Okeanos), Maia Alban-Zapata (Io) und Trystan Pütter (Hermes)

Biomechanik: Tony De Maeyer

Regie: Dimiter Gotscheff
Bühne und Kostüme: Mark Lammert
Musikalische Einrichtung: Sir Henry
Licht: Torsten König
Dramaturgie: Sebastian Kaiser

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