Volksbühne Berlin am Rosa-Luxemburg-Platz
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Meet the Shaman

Mit Oleg Soulimenko


Russisch und Englisch mit Übertiteln / Deutschlandpremiere

Im Frühjahr 2015 ließen sich Oleg Soulimenko und die Videokünstlerin Anna Jermolaeva rund um den Baikalsee von drei SchamanInnen in ihre Praktiken einweisen. Ohne Folklorismus und Ironie vollzieht Oleg Soulimenko in MEET THE SHAMAN Rituale von den Rändern Russlands und verbindet westlich-urbanen Alltag mit Trance und Ekstase.
Viele Bewohner Burjatiens haben sich unbeirrt vom Kommunismus über die Sowjetzeit hinweg eine schamanistische Spiritualität bewahrt. Und mit der allgemeinen Rückbesinnung auf religiöse Traditionen und Werte in Russland haben schamanistische Seminare in Burjatien derzeit regen Zulauf. Den Teilnehmern werden Techniken vermittelt, mit denen ein erweiterter Bewusstseinszustand erreicht werden soll, der es ermöglicht, in eine spirituelle Welt einzutreten und mit ihr zu interagieren. Dieser Mystizismus ist Teil des sibirischen Alltags und wird pragmatisch integriert.

Soulimenko verwendet die Erfahrungen seiner Reise als Ausgangspunkt und Inspiration, um die Rituale spielerisch weiterzuentwickeln, zu variieren und in den Kontext des Theaterraums zu transferieren. Wann beginnt eine Handlung zum Ritual zu werden? Was bedeuten Rituale heute? Auf der Bühne benutzt er alltägliche Gegenstände, besänftigt die Geister mit Wodka und Keksen, spricht Gebete, errichtet Totempfähle, baut Masken, verschwindet in Plastiksäcken, nimmt das Publikum mit und verwandelt sich mittels einer theatralen Ekstase in einen Anderen.

Ohne auf Folklorismus zurückzugreifen, erprobt Oleg Soulimenko eine spirituelle Situation und liefert sich auf der Bühne den von ihm geschaffenen Ritualen aus, entlang der feinen Grenze zwischen Ironie und Ernst, zwischen Ritual und Performance. Das Publikum ist dazu aufgefordert, selbst zu entscheiden, auf welcher Seite es sich gerade befindet, was es sieht, hört, erlebt. Wie viel Distanz und Ironie sind nötig, wie viel davon können wir hinter uns lassen? Was wünschen wir uns, worum bitten wir, woran mangelt es uns? Und wie viel sind wir bereit, dafür zu geben?

Mit vorsätzlicher Naivität, gepaart mit leidenschaftlicher und unbestechlicher Ernsthaftigkeit, ebnet Soulimenko zusammen mit dem Musiker dieb13 und dessen hypnotischen Live-Sounds dem Publikum den Weg für eine neue Art ritueller Erfahrung.

Tickets kosten 18,- Euro bzw. 12,- Euro (ermäßigt).   

NORDWIND-Festival

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