Musikbühne: Rasende Leichenbeschauer

DJ Alexander Pehlemann ab 19h im Parkettcafé


Der Auftritt der Rasenden Leichenbeschauer aus Ungarn wird eine Lektion in Astrophysik mit speziellem Fokus auf den Zusammenhang von Psyche und Universum. Damit soll nicht versucht werden, eine Analogie herbeizureden – zwischen dem Tun der Band und kosmischen Prozessen oder gar dem Einfluss von Sternenkonstellationen auf einzelne Menschenseelen. Attila Grandpierre, der Sänger der Band, ist vielmehr Doktor der Astrophysik und wird vor dem Konzert versuchen, die Musik seiner Band gemeinsam mit dem Künstler Prinz Januar Tova mit seinem wissenschaftlichen Interessensgebiet kurzzuschließen.

Seit den späten Siebziger Jahren gibt es die Rasenden Leichenbeschauer oder Galopping Coroners beziehungsweise Vágtázó Halottkémek, wie die Band auf Ungarisch heißt. Sie begeisterten den Untergrund ihres Landes von Beginn an mit einem exzessiven Rock-Entwurf, den Fans als „Schamanen-Punk“ oder „psychedelischen Hardcore“ bezeichnen. In den Achtzigern gingen sie mit einer Setlist von drei Songs in ihre Konzerte, da sie wussten, dass man ihren Auftritt nach drei Liedern abbrechen würde. Und dabei waren die Leichenbeschauer nie explizit politisch; vielmehr verstand einfach niemand, was die Musiker da auf der Bühne treiben. Nach der Wende entdeckte Jello Biafra die Band und machte sie mit seinem Label Alternative Tentacles international bekannt. Es folgten Kollaborationen mit Neurosis und gemeinsames Touren mit Henry Rollins. Noch immer sind ihre Konzerte kleine Eruptionen, kosmologisch-musische Exzesse, wenn man so will.

  

VHK | Bielefeld @ AJZ | 31 Oct 1998 from (((unartig))) on Vimeo.

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