Mord im Burgtheater

von Ivan Stanev


Mord im Burgtheater ist eine Tragödie im Theater, die sich in der Loge abspielt. In Stanevs szenischer Montage wird der öffentliche Ort Theater zum politischen Raum, zu einem unentwirrbaren Netz aus Assoziationen und Überblendungen.

„Eine furchtbare Bluttat, politischen Motiven entspringend, hat sich während der gestrigen Aufführung von „Peer Gynt“ im Burgtheater abgespielt. Während der Vorstellung bemerkte man nichts Auffälliges bis plötzlich während des Schiffsunterganges Revolverschüsse krachten. Gleich darauf ertönten aus der dritten Rangloge Schmerzausbrüche und Wehrufe und ein Schreien in einer Sprache, die dem größten Teil des Publikums unverständlich war. Im Theater drohte eine Panik auszubrechen. Besonnene Personen beruhigten das Publikum, die Szene wurde abgebrochen, der Vorhang fiel und im Zuschauerraum flammten die Lichter wieder auf. Trotzdem legte sich die Aufregung eines Teiles der Theaterbesucher nicht, Frauen schrieen laut auf und eilten hinaus, viele Männer folgten. Nach einiger Zeit beruhigte sich aber der im Theater zurückgebliebene Teil des Publikums wieder und das Spiel konnte wieder beginnen, die Vorstellung zu Ende geführt werden.“ Wiener Extrablatt, Nr. 127 Wien, Samstag, 9. Mai 1925

Ivan Stanev beschäftigt sich in seiner Produktion „Mord im Burgtheater“ mit dem beschriebenen historischen Mord in Wien und anderen Tragödien im Theater, zumindest so lange diese nicht auf der Bühne stattgefunden haben.

  

Mit: Luise Berndt (Ekaterina Panica, Sekretär), Andreas Frakowiak (Theaterkritiker, Gerichtsmediziner, Psychiater, Tschetnik), Fabian Gerhardt (Peer Gynt, Polizeirat, Dr. Richard Pressburger, Tschetnik), Anna Charim (Alma Mahler), Martin Olbertz (Kapitän, der fremde Passagier, Staatsanwalt, Tschetnik), Bonn Park (Eisbär, Tschetnik), stefanpaul (Paul Wittgenstein) und Jeanette Spassova (Melpomena Karničeva)

Regie und Bühne: Ivan Stanev
Kostüm und Ausstattungsassistenz: Anne Klee, Christina Schmitt, Franziska Schuster, Nora Willy
Video: Jens Crull, Konstantin Hapke
Spezialeffekte: Hannes Heiner
Licht: Ralf Scholz
Dramaturgie: Maurici Farré, Anja Quickert

//