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Kuba Beach - Auch Reiche müssen weinen

Eine Politsoap


Miami Airport im Jahr 2013: Eine aus Kuba kommende Privatmaschine explodiert, an Bord Floridas bekanntester Bauunternehmer Leland Loyd und die junge Angela Fernandez. Terror, Mord oder Unglück? Das Unvorhersehbare, die Wucht der Detonation und die zerfetzten Menschenkörper beschwören für Momente nine-eleven herauf. Sofort ist der FBI-Beamte Chet Desmond zur Stelle, um für seine Ermittlungen einen Tatverdächtigen zur Hand zu haben. Aber dieser Ansatz führt ins Leere. Javier Rodriguez, ein kubanischer Drogendezernent und Mitglied der Regierung Kubas, hat gut zu tun zwischen Miami und Havanna, nachdem sein Land die Grenzen geöffnet hat und die Freiheit auch Schmuggel, Geldwäsche und Drogenhandel mit sich brachte. Und hier riechts für Rodriguez nach Mysteriösem. Älterer, stinkreicher, einflussstarker Amerikaner und ein junges Mädchen, das niemand kennt? Schließlich weiß man, Loyd hat auf Kuba investiert… Rodriguez ahnt nicht, dass er in den Fall persönlich involviert ist, dass seine junge Frau Maria der toten Angela verbunden ist, dass beide sich in den Milieus bewegen und bewegten, die er bekämpft. Vom Doppelleben Marias weiß er nicht. Als treuer und privilegierter Funktionär mit einer verlorenen ideologischen Hülle legt er alle Energie in seinen Beruf. Seine absolute Liebe gehört Kuba, während Amerika einen Traum exportiert: Kuba soll sich von seiner Geschichte reinigen, mit frischem Blut und neuer Energie laden und in der Neuen Welt entfalten. Das sichtbar Materialisierte ist auf dem Vormarsch, und so führt das Verbrechen von Miami Airport alle Ermittler nach Havanna: die amerikanische Staatsanwältin Briggs, FBI-Agent Desmond und Sheriff Stanley, Teniente Rodriguez, aber auch die Wirtschaftskriminellen finden sich ein, die parallel, frech und dreist ihre Geschäfte abwickeln. Und vor Mord wird nicht zurückgeschreckt.
Die Sphären beider Staatswelten durchdringen einander, nicht verstandene Setzungen in Sprache, Zeichen und Gestik reiben sich, das Unerklärliche und Ahnungen kommen an die Oberfläche, ähnlich wie David Lynch das Unausgesprochene in seinen Amerika-Filmen porträtierte.
Aus Desmond spricht die Hoffnung Amerikas, die Werwolf-Träume Marias erzählen vom Herzen Kubas, und so kann der Krimi-Blues auch als Fall Amerikas mit dem Hoffnungsschimmer der Wiedergeburt Kubas gesehen werden.

  

Mit: Marinella Damiani, Nadine Dubois, Andreas Frakowiak, Max Gertsch, Emiliano Gimenez, Henry Krohmer, Christoph Letkowski, Marie Löcker, Arturo Martinez Cabrera, Christopher Nell, Jorres Risse und Mex Schlüpfer

Regie: Carolin Mylord
Filmregie und Live-Kamera: Andreas Deinert
Bühne: Edwin Bustamante
Kostüme: Adriana Braga
Licht: Johannes Zotz
Dramaturgie: Sabine Zielke

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