Die Kameliendame

nach Alexandre Dumas, mit Musik aus Giuseppe Verdis "La Traviata", Stückfassung Clemens Schönborn


Man schenkt jemandem sein ganzes Herz lieber als sein ganzes Geld. Wie kommt das? Man schenkt sein Herz und hat es noch, das Geld aber ist weg. In Deutschland darf Liebe nichts kosten, ihre Reinheit würde durch Geld besudelt. Oder wie man in einer Mischung aus Sentimentalität und Bürokratie sagt: Sie ist eine Herzensangelegenheit. In der Welt der Kurtisane Marguerite Gautier, genannt die Kameliendame, gibt es keine preiswerte Liebe, sie ist immer teuer und ruinös. Allein die Absicht zu verkaufen, garantiert noch nicht geschäftlichen Erfolg. Es braucht etwas, das sich dem Kalkül entzieht. Man könnte es „Glück in der Liebe“ nennen. Marguerite – gespielt von Sophie Rois – ist damit gesegnet. Der Ursprung ihrer Geldgier ist nicht Geiz oder Geschäftssinn, sondern kultische Verschwendungssucht. Hemmungslos ruiniert sie ihre Verehrer. Wer liebt, muss zahlen. Auch wenn Marguerite Gautier selbst liebt, handelt sie nach diesem Gesetz. Das macht ihre Liebe so anders und so wertvoll. Wenn sie sagt: „Ich liebe dich“, sind nicht Gefühle ihr Beleg, sondern bares Geld. In den Memoiren berühmter Pariser Kurtisanen wird die Liebe als luxuriöser und wollüstiger Tauschakt gefeiert. Heute unterscheiden wir strikt zwischen der reinen, echten und der käuflichen Liebe. Aber ist die Liebe nicht eine kostbare Ware und fordert deshalb einen hohen Preis?   

Mit: Hendrik Arnst, Jean Chaize, Zazie de Paris, Sophie Rois, Kai-Ingo Rudolph und Hans Schenker

Chor: Frank Backmeister, Frank Bauszus, Lothar Butszies, Berthold Kogut, Maxime Martinot, Manfred Meier, Reinhard Schmidt, Bernhard Schumann, Helge Witt
Klavier: Michael Wilhelmi, Young-Eun Hur
1. Geige: Kirsten Harms
2. Geige: Emmanuelle Bernard
Bratsche: Chang-Yun Yoo
Cello: Augustin Maurs
Flöte, Klarinette: Tilmann Dehnhard
Klarinette: Freyja Gunnlaugsdóttir

Regie: Clemens Schönborn
Kostüme: Nina Kroschinske
Musikalische Leitung: Michael Wilhelmi
Licht: Torsten König
Dramaturgie: Ralf Fiedler

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