Der Selbstmörder

Dimiter Gotscheff inszeniert Nikolaj Erdmans satirische Komödie


Sie wären zwar gerne Kriegs-, Kollektivierungs-, oder Privatisierungsgewinnler, sind aber nur Menschen nach dem Umbruch, die ihre Pfründe sichern müssen. Dimiter Gotscheff zelebriert diese Typen und sucht darin genau das menschliche Material, das sich gerade nach gesellschaftlichen Umwälzungen immer besonders deutlich zeigt, egal, ob diese nun rot oder schwarz, orange oder braun lackiert sind. Im Moskau des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts, als künstlerische Avantgarde und politische Zustände so heftig aufeinander prallten wie nie mehr danach, durchblickten der Autor Nikolaj Erdman und seine Zeitgenossen jene Verhältnisse sehr genau. Deswegen wurde nicht nur Meyerholds Inszenierung der Uraufführung des „Selbstmörders“ 1930 in der Sowjetunion verboten. Wo Gotscheff mit Tschechows „Iwanow“ aufhört, der aus dem großbürgerlichen, tätigen Leben in die Depression verfällt, dort beginnt er mit dem „Selbstmörder“.

  

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Mit: Samuel Finzi, Max Hopp, Irina Kastrinidis, Michael Klobe, Wolfram Koch, Naomi Krauss, Sergej Lubic, Katharina Rivilis, Marie-Lou Sellem und Axel Wandtke

Regie: Dimiter Gotscheff
Bühne und Kostüme: Katrin Brack
Musik: Sir Henry
Licht: Henning Streck
Dramaturgie: Götz Leineweber

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